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KOSTENINDEX STEIGT ZU JAHRESBEGINN DEUTLICH AN UND ERREICHT NEUES ALLZEITHOCH

Nachdem der Kostenindex vom Ende des dritten zum Ende des vierten Quartals 2025 leicht um 0,1 Punkte gesunken war, zeigt sich zu Beginn des neuen Jahres wieder ein deutlicher Anstieg. Im Januar erhöht sich der Index um 2,9 Punkte auf 131,2 und erreicht damit ein neues Allzeithoch.

Mit Blick auf das Basisjahr 2021 entspricht dies einem Kostenanstieg von insgesamt über 31 Prozent innerhalb von rund vier Jahren.

 

Veröffentlichung der Januarwerte statt Quartalswerten

Üblicherweise veröffentlichen wir den Kostenindex quartalsweise; zur realitätsgerechten Abbildung der aktuellen Entwicklung veröffentlichen wir ausnahmsweise die Januarwerte.

Die Dezemberwerte würden die aktuelle Kostenentwicklung nur unzureichend widerspiegeln. Bereits im Januar hat der Kostenindex ein neues Allzeithoch erreicht. Gleichzeitig sprechen die geopolitischen Entwicklungen in der Straße von Hormus für stark steigende Energiekosten im Februar und März.


Energiekosten insgesamt gesunken, starker Anstieg zu erwarten

Die Energiekosten sind von 130,4 Indexpunkten am Ende des dritten Quartals 2025 auf 130,2 Punkte im Januar 2026 gesunken.

Insgesamt bleibt die Entwicklung der Energiekosten weiterhin sehr schwankungsanfällig. Besonders bei Kraftstoffen und Gas ist aufgrund der Situation rund um die Straße von Hormus mit einem starken Anstieg der Kosten zu rechnen. Der Kostenindex wird hier mit dem kommenden Quartalsupdate zum Ende des 1. Quartals 2026 auch die aktuelle Marktsituation im vollen Umfang widerspiegeln können.

Wie sich die Energiekosten weiter entwickeln werden, bleibt zwar offen, von einem kurzfristigen starken Anstieg ist aber auszugehen. Wie stark und langfristig dieser ausfallen wird, hängt davon ab, wie sich die Lage rund um die Straße von Hormus entwickelt. Auch bleibt abzuwarten, ob und welche Maßnahmen die Bundesregierung ergreift, um eine erneute Energiekrise zu verhindern.


Personalkosten erreichen neuen Höchstwert
 

Bei den Arbeitskosten liegen dem Index die Tarifverträge beziehungsweise Tarifempfehlungen der Branche zugrunde. Der Tarifvertrag der Intex führte im September 2025 zu einer Erhöhung der Grundgehälter. Eine weitere Erhöhung ist für September 2026 angekündigt. Gleichzeitig empfiehlt die Tarifempfehlung der Tatex seit dem 1. Januar 2026 einen Stundenlohn von mindestens 14,30 Euro. Diese Entwicklungen führen dazu, dass der Teilindex Personalkosten seit Januar mit einem Wert von 132,0 Punkten ein neues Allzeithoch erreicht.

An dieser Stelle ist jedoch darauf hinzuweisen, dass der Kostenindex des Deutschen Textilreinigungs‑Verbandes ausschließlich die Entwicklung der tariflichen Mindestlöhne abbildet. In der Praxis können die tatsächlich gezahlten Löhne zum Teil über den tariflichen Vergütungen liegen.  


Kosten für Waschchemie und Textilkosten steigen an, Finanzierungskosten bleiben hoch
 

Der Textilkostenindex ist von 123,7 Punkten am Ende des dritten Quartals 2025 auf 124,9 Punkte im Januar 2025 gestiegen. Dabei entwickelten sich die einzelnen Positionen unterschiedlich.

Die Kosten für in Deutschland hergestellte Berufsbekleidung erhöhten sich um 1,28 Prozent, für in Deutschland produzierte Flachwäsche um 0,5 Prozent und die Einfuhrpreise für Berufskleidung stiegen um 1,82 Prozent. Dagegen sanken die Einfuhrpreise für Flachwäsche um 0,53 Prozent.

Die Kosten für gewerbliche Waschmittel sind zum Januar 2026 um 1,7 Indexpunkte auf 135,4 Punkte gestiegen. Trotz dieses erneuten Anstiegs liegen sie weiterhin deutlich unter dem Niveau von Ende 2023. Damals erreichte der Indexwert für Waschmittel 142,9 Punkte.

Auch die Finanzierungskosten bleiben für viele Unternehmen ein wichtiger Kostenfaktor. Der entsprechende Teilindex ist seit September 2025 um 6,2 Punkte auf einen Wert in Höhe von 258,3 Punkte angestiegen. Damit liegen die Finanzierungskosten insgesamt mehr als zweieinhalbmal so hoch wie im Basisjahr 2021.

In einem wirtschaftlich schwachen Umfeld stellt dieses hohe Zinsniveau weiterhin eine spürbare Belastung für Investitionen dar. Gleichzeitig können Zinsanpassungen die Finanzierung laufender langfristiger Kredite verteuern. Hinzu kommt, dass Banken ihre Kreditvergabe in vielen Fällen vorsichtiger handhaben und Risiken stärker prüfen. Für Unternehmen bedeutet das, dass Investitionen sorgfältig kalkuliert werden müssen und sich wirtschaftlich möglichst schnell tragen sollten.  

 


Wirtschaftliches Umfeld und hohes Kostenniveau belasten den Textilservice auch Anfang 2026
 

Der Textilservice reagiert in hohem Maß auf die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung. Läuft das Geschäft bei den Kunden gut, steigt in der Regel auch die Nachfrage nach Textilservice. Entwickelt sich die wirtschaftliche Lage hingegen schwächer, wird das Wäscheaufkommen häufig reduziert, selbst innerhalb bestehender Verträge. Zwar wirken vertragliche Laufzeiten und Anpassungsfristen dämpfend, dennoch folgt der Textilservice im Grundsatz der konjunkturellen Entwicklung. Das angespannte wirtschaftliche Umfeld sowie die schwierige Lage im produzierenden Gewerbe belasteten daher auch Anfang 2026 viele Textilservicebetriebe und Wäschereien.

Hinzu kommt, dass auch für den weiteren Verlauf des Jahres bislang keine spürbare Entlastung bei zentralen Kostenpositionen wie Energie, Personal und Textilien absehbar ist. Die angekündigten Lohnerhöhungen für September, sowie mögliche Auswirkungen der Sperrung der Straße von Hormus, werden das Kostenniveau voraussichtlich weiter erhöhen.

Viele dieser Herausforderungen lassen sich nicht allein auf Unternehmens- oder Branchenebene lösen. Auch politische Rahmenbedingungen spielen eine wichtige Rolle. Gefordert sind insbesondere Maßnahmen in der Arbeitsmarktpolitik, der Energiepolitik und der Geldpolitik, um die wirtschaftlichen Bedingungen für die Unternehmen des Textilservice zu verbessern.. 

Auch Kostenindex bei reinen Wäschereien erreicht neues Allzeithoch 

Für reine Wäschereidienstleistungen, die vor allem von kleineren Wäschereibetrieben erbracht werden, ist der Kostenindex gegenüber dem Ende des dritten Quartals 2025 um 3,2 Punkte gestiegen. Im Januar 2026 liegt der Index damit bei 133,7 Punkten.

Während der Teilindex Energie um 0,8 Punkte zurückging, erreichen die Personalkosten auch hier ein neues Allzeithoch. Kosten für Textilien spielen bei reinen Wäschereien hingegen keine Rolle.
 

Fundierte Datengrundlage

Der Kostenindex für den Textilservice basiert auf Daten aus öffentlich zugänglichen Statistiken des Statistischen Bundesamtes sowie auf den Tarifverträgen der Textilservicebranche. Für die einzelnen Kostengruppen wurden Indikatoren festgelegt, die überwiegend aus den Zeitreihen der Fachserie 17, Reihe 2, von Destatis stammen. Auf dieser Grundlage können Kunden des Textilservice die Kostenentwicklung der Branche transparent und auf einer neutralen Datenbasis nachvollziehen. Einen Überblick über die verwendeten Indizes bietet unsere Methodikübersicht. Sie zeigt beispielhaft am Stand März 2025, aus welchen Indizes sich der Kostenindex Textilservice zusammensetzt.

Zum Jahresanfang 2024 hat das Statistische Bundesamt seine Preisstatistik überarbeitet. Dabei wurde unter anderem das Basisjahr von 2015 auf 2021 umgestellt und einzelne Indizes wurden angepasst. Diese Änderungen wirken sich auch auf den Kostenindex aus.

Das Basisjahr des Kostenindex ist nun das Jahr 2021. Der Indexwert von 100 steht somit für das Kostenniveau im Jahr 2021, mit dem die aktuellen Werte verglichen werden.

Eine weitere Anpassung betrifft den Einfuhrpreisindex für Arbeits- und Berufsbekleidung. Nach der Überarbeitung der Statistik wurde dieser Index mehrere Monate lang nicht veröffentlicht und erst zum Ende des Jahres wieder aufgenommen. Um für das Jahr 2024 eine durchgehende Berechnung zu ermöglichen, wurde im Teilindex Textilien vorübergehend die Preisentwicklung der Bekleidungseinfuhren insgesamt berücksichtigt. Seit Januar 2025 erfolgt die Berechnung wieder auf Grundlage des Einfuhrpreisindex für Arbeits- und Berufsbekleidung.

Im September 2025 erfolgte eine methodische Angleichung der Berechnung der Personalkosten zwischen dem Teilindex Intex und dem Teilindex Tatex. Im Zuge dieser methodischen Bereinigung ergibt sich rückwirkend ein höheres Niveau der Intex-bezogenen Personalkosten. Dadurch erhöhen sich auch der Personalkostenindex insgesamt, sowie in geringerem Umfang der Gesamtkostenindex. Die daraus resultierenden Abweichungen betreffen ausschließlich das Niveau der Indizes; Verlauf, zeitliche Entwicklung und grundsätzliche Aussagekraft bleiben unverändert.

Mit der Überarbeitung der Preisindizes sind die früheren Reihen mit dem Basisjahr 2015 nicht mehr gültig. Um dennoch eine längere Zeitreihe darstellen zu können, wurden die meisten für den Kostenindex relevanten Werte vom Statistischen Bundesamt zurückgerechnet. Diese Rückrechnung haben wir ab dem Jahr 2015 berücksichtigt. Einschränkungen bestehen allerdings bei den Einfuhrpreisen für konfektionierte Textilien, zu denen vor allem Flachwäsche zählt. Für diese Werte liegt eine Rückrechnung nur bis zum Jahr 2021 vor.

Schließlich ist zu beachten, dass der Kostenindex erst seit dem Jahr 2022 unterjährig dargestellt wird. Bis einschließlich 2021 basiert der Index auf Jahresdurchschnittswerten. Ab 2022 werden dagegen monatliche Werte verwendet.

Das Wägungsschema des Kostenindex für den Textilservice sieht wie folgt aus:

Sollten Sie Fragen oder Anmerkungen zu den Änderungen haben, steht Ihnen unser Referent für Betriebswirtschaft und Nachhaltigkeit Herr Stefan Cieslak gerne zur Verfügung (cieslak@dtv-deutschland.org).

Bestellung monatliche Aktualisierungen

Der DTV bietet zusätzlich zum Quartalsupdate des Kostenindex noch kostenpflichtige Premiumpakete mit monatlichen Aktualisierungen an:

6-Monats-Paket

Buchen Sie das 6-Monats-Paket des DTV-Kostenindex und Sie erhalten die monatlichen Aktualisierungen zum Gesamtpreis von

299,00 € zzgl. MwSt.

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Die monatlichen Aktualisierung des Kostenindex können Sie über das Bestellformular bei uns beziehen.